Flüssige Schokolade

Schokoladensucht: Kann man wirklich süchtig nach Schokolade sein?

Einmal angefangen und schon ist die ganze Tafel vernascht. Fragt ihr euch manchmal auch, ob ihr womöglich süchtig nach Schokolade seid? Gibt es Schokoladensucht überhaupt? Und was hilft gegen das ständige Verlangen nach Schokolade? Wir klären auf und geben hilfreiche Tipps, die ihr sofort im Alltag anwenden könnt.

Schokoladensucht: Die wichtigsten Fakten

  • Schokoladensucht ist in der Regel eine psychische und keine körperliche Abhängigkeit. Ein Grund dafür ist der hohe Zucker- und Fettgehalt, der das Belohnungssystem im Gehirn aktiviert und Heißhunger auslöst.
  • Ein Mangel am Mineralstoff Magnesium, der unter anderem in Schokolade steckt, kann Heißhunger und das Verlangen nach Schokolade verstärken.
  • Typische Symptome einer Schokoladensucht sind ständige Gedanken an die Süßigkeit, Kontrollverlust beim Essen und der Konsum trotz negativer Konsequenzen.
  • Experten zufolge sollen circa 25 Gramm Schokolade pro Tag ein gesundes Maß sein.
  • Wer schokoladensüchtig ist und die Schokoladensucht bekämpfen will, sollte sich mit einer bewussten, ausgewogenen Ernährung auseinandersetzen, die emotionalen Auslöser des Verlangens identifizieren und Alternativen finden.
  • Wichtig sind neben dem bewussten Konsum von Schokolade ein nachhaltiger Kakaoanbau und faire Handelspraktiken, um sowohl die eigene Gesundheit als auch die Umwelt und die Produzenten zu unterstützen.

Kann man süchtig nach Schokolade sein?

Die gute Nachricht vorweg: Schokolade selbst macht anders als beispielsweise Alkohol nicht körperlich abhängig. Allerdings enthält Schokolade Zucker, und der kann durchaus eine Abhängigkeit hervorrufen. Denn wenn wir zuckerhaltige Lebensmittel essen, wird unser Belohnungssystem im Gehirn aktiviert und Dopamin ausgeschüttet: Wir fühlen uns glücklich und fahren runter. Um erneut in diesen angenehmen Zustand zu kommen, zum Beispiel bei Stress oder Langeweile, greifen viele Menschen wieder und wieder zur Süßigkeit.

Diese Gewohnheit kann so stark werden, dass sie einem suchtähnlichen Verhalten gleicht, obwohl keine physische Abhängigkeit im eigentlichen Sinne besteht. In diesem Zusammenhang spricht man stattdessen von einer Verhaltenssucht oder einer psychischen Abhängigkeit.

Wie viel ist eigentlich “zu viel Schokolade”?

Ernährungsexperten empfehlen generell, Süßigkeiten und zuckerhaltige Lebensmittel in Maßen zu genießen. Die Frage, wie viel "zu viel Schokolade" ist, lässt sich nicht pauschal beantworten. Dabei spielen verschiedene Faktoren eine Rolle wie die allgemeine Gesundheit, die Ernährung und der Lebensstil. Dennoch gibt es einige Richtlinien, die euch helfen können, dass euer Schokokonsum nicht außer Kontrolle gerät.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rät dazu, den täglichen Zuckerkonsum auf weniger als 10 Prozent der gesamten täglichen Energiezufuhr zu beschränken. Für eine durchschnittliche erwachsene Person bedeutet dies etwa 50 Gramm Zucker pro Tag. In einem Stück unserer NOMO COOKIE DOUGH BLOCK BAR stecken beispielsweise sieben Gramm Zucker. Vertretbar wären demnach also etwa sieben Stück Schoki täglich, wobei natürlich auch in anderen Lebensmitteln, die ihr esst, Zucker enthalten ist.

Ein weiteres Kriterium ist der Kaloriengehalt. Schokolade ist kalorienreich, vor allem wegen ihres Zucker- und Fettgehalts. Übermäßiger Konsum könnte das Risiko für Übergewicht und damit verbundene Gesundheitsprobleme erhöhen. Auf der anderen Seite hat Schoki aufgrund des Kakaoanteils auch viele gesundheitliche Vorteile. Dazu erfahrt ihr mehr in unserem Beitrag "Schokolade fasten? Das sagt die Wissenschaft".

Zusammenfassend sagt Professor Curt Diehm, Facharzt für Innere und Gefäßmedizin an der Max-Grundig-Klinik in Bühl (Baden-Württemberg) in einer dpa-Meldung: “Ich halte bei moderater Bewegung eine Viertel Tafel Schokolade täglich für unproblematisch. Das sind 25 Gramm.”

Was sind typische Symptome für Schokoladensucht?

Typische Symptome für eine Schokoladensucht können sein:

  • Starkes Verlangen nach Schokolade: Ein häufiges und intensives Verlangen nach Schokolade, oft in bestimmten Situationen wie bei Stress, Langeweile oder emotionalem Unwohlsein.
  • Kontrollverlust: Schwierigkeiten, den Konsum von Schokolade zu kontrollieren oder einzuschränken. Betroffene können oft nicht aufhören, Schokolade zu essen, selbst wenn sie es sich vorgenommen haben.
  • Konsum trotz negativer Konsequenzen: Weiterer Konsum von Schokolade, obwohl man sich der negativen möglichen Auswirkungen bewusst ist, wie Gewichtszunahme, Zahnschäden oder Verdauungsprobleme.
  • Verheimlichung des Konsums: Verstecken oder heimliches Essen von Schokolade aus Angst vor Verurteilung durch andere oder Scham über den eigenen Konsum.
  • Gedankenkarussell: Häufiges Nachdenken über Schokolade, inklusive Planen, wann und wie man sie essen kann.
  • Entzugssymptome: Unruhe, Reizbarkeit, Stimmungsschwankungen oder Kopfschmerzen, wenn man versucht, auf Schokolade zu verzichten oder den Konsum zu reduzieren.
  • Toleranzentwicklung: Das Bedürfnis, immer größere Mengen Schokolade zu konsumieren, um die gleiche Befriedigung oder das gleiche Glücksgefühl zu erreichen.
  • Ersatz für andere Aktivitäten: Verzicht auf soziale oder berufliche Aktivitäten zugunsten des Schokoladenkonsums.

Schokoladensucht: Warum esse ich immer weiter?

Es gibt Lebensmittel, von denen bekommen wir einfach nicht genug. Schokolade gehört auch dazu, ebenso wie Chips und Flips. Doch warum ist das so? Eine Erklärung liefert das Konzept der "Hedonischen Hyperphagie". Demnach haben bestimmte Lebensmittel eine unwiderstehliche Anziehungskraft auf uns.

Eine zentrale Rolle spielt das Verhältnis von 50 Prozent Kohlenhydraten zu 35 Prozent Fett. “Man könnte es als Naschformel bezeichnen”, sagt Monika Pischetsrieder, Professorin an der Universität Erlangen-Nürnberg gegenüber Deutschlandfunk. “Das ist so eine Zusammensetzung, die uns offensichtlich zum Naschen oder zum Knabbern verführt.“ Sie führt nämlich dazu, dass das Belohnungssystem im Gehirn aktiviert wird, was wiederum ein starkes Verlangen nach weiterem Konsum auslöst.

Magnesiummangel als Ursache für Schokoladensucht?

Daneben könnte auch Magnesiummangel ein möglicher Auslöser für Schokoladensucht sein. Schokolade, insbesondere dunkle Schoki, enthält relativ hohe Mengen des Mineralstoffs. Wenn der Körper einen Mangel hat, könnte es gut sein, dass ihr ein verstärktes Verlangen nach schokoladenhaltigen Lebensmitteln entwickelt.

Magnesium ist essentiell für viele Körperfunktionen, einschließlich der Muskel- und Nervenfunktion, der Regulation des Blutzuckerspiegels und der Synthese von Proteinen. Typische Mangelerscheinungen sind Müdigkeit, Muskelkrämpfe und Reizbarkeit – oder eben die Lust auf Schoki.

Ist zu viel Schokolade gefährlich?

Zu viel Schokolade kann in der Tat gefährlich sein. Der Verzehr einer sehr großen Menge Schoki kann zu einer Überdosis an Theobromin führen, einer stimulierenden Substanz, die in Kakao enthalten ist. Theobromin wirkt ähnlich wie Koffein und kann in hohen Dosen toxisch sein. Das Risiko ist in der Praxis allerdings gering: Erwachsene müssten etwa fünf Kilogramm Milchschokolade essen, um eine lebensgefährliche Dosis von Theobromin zu erreichen.

Zusätzlich können der hohe Zucker- und Kaloriengehalt zu verschiedenen gesundheitlichen Problemen führen. Regelmäßiger, übermäßiger Konsum könnte beispielsweise das Risiko für Übergewicht und Zahnschäden erhöhen. Nicht zuletzt besteht die Gefahr, eine Art psychische Abhängigkeit von Schokolade zu entwickeln, die Schokoladensucht.

In Maßen genossen, darin sind sich Experten einig, kann Schokolade aber durchaus Teil einer ausgewogenen Ernährung sein. Sie bietet eine Vielzahl an gesundheitlichen Vorteilen – und nicht zuletzt kann Schoki glücklich machen, wie wir in diesem Artikel ausführlich erklären.

Schokoladensucht bekämpfen: Was hilft?

Wenn ihr hier und da mal nicht die Finger von Schokolade lassen könnt, besteht kein Grund zur Sorge. Schlägt der Heißhunger allerdings in eine unkontrollierte Schokoladensucht um, ist es ratsam, eine gesündere Beziehung zu eurer Lieblingssüßigkeit und zur Ernährung im Allgemeinen zu entwickeln. Hier sind einige Tipps:

  1. Bewusste Ernährung: Achtet darauf, regelmäßig ausgewogene Mahlzeiten zu essen, die alle wichtigen Nährstoffe enthalten. Eine ausgewogene Ernährung hilft, Heißhungerattacken zu vermeiden und das Verlangen nach Süßigkeiten zu reduzieren.
  2. Alternativen finden: Sucht nach gesunden Alternativen zu Schokolade, wie zum Beispiel Obst, Nüsse oder Joghurt. Diese können helfen, das Verlangen nach Süßem zu stillen, ohne dass ihr auf Schokolade zurückgreifen müsst.
  3. Portionskontrolle: Wenn ihr Schokolade esst, dann achtet auf die Menge. Teilt eine Tafel Schokolade in kleine Portionen auf und genießt sie bewusst. So vermeidet ihr, dass ihr unbewusst zu viel nascht.
  4. Ablenkung und Beschäftigung: Findet Aktivitäten, die euch ablenken, wenn ihr das Verlangen nach Schokolade verspürt. Spazieren gehen, ein Buch lesen, Musik hören oder ein Hobby ausüben können helfen, den Gedanken an Schokolade zu vertreiben.
  5. Emotionale Auslöser erkennen: Oft ist der Drang nach Schokolade emotional bedingt. Versucht, die Auslöser für euer Verlangen zu identifizieren, und findet gesunde Wege, mit diesen Emotionen umzugehen, wie zum Beispiel durch Meditation, Yoga oder Gespräche mit Freunden und Familie.
  6. Langsame Reduktion: Anstatt abrupt aufzuhören, reduziert den Schokoladenkonsum schrittweise. Dies kann den Entzugssymptomen vorbeugen und den Übergang erleichtern. Generell ist es empfehlenswert, euch keine Lebensmittel komplett zu verbieten. Schokolade darf Teil eurer Genussroutine bleiben, aber eben in Maßen.
  7. Trinken nicht vergessen: Manchmal wird Durst mit Hunger verwechselt. Trinkt ausreichend Wasser, um sicherzustellen, dass euer Körper gut hydriert ist.
  8. Achtsamkeit und Genuss: Übt euch in Achtsamkeit beim Essen. Genießt die Schokolade bewusst und langsam, um den Geschmack voll zu erleben. Dies kann dazu beitragen, dass ihr weniger esst und dennoch zufrieden seid.
  9. Professionelle Hilfe bei Schokoladensucht: Wenn das Verlangen nach Schokolade sehr stark ist und ihr Schwierigkeiten habt, es alleine zu kontrollieren, kann es hilfreich sein, professionelle Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Ein Ernährungsberater oder Psychologe kann individuelle Strategien entwickeln und euch auf eurem Weg unterstützen.

Fazit: Süchtig nach Schokolade?

Schokolade selbst verursacht zwar keine körperliche Abhängigkeit, der enthaltene Zucker und das Fett können aber sehr verlockend sein und eine Art Sucht auslösen. Bewusster Konsum ist hier der Schlüssel: Genießt Schokolade in Maßen und achtet über den Tag auf eine ausgewogene, vollwertige Ernährung.

Denkt außerdem daran: Wenn wir Schokolade bewusst naschen und Produkte aus fairem Handel wählen, unterstützen wir nicht nur unsere Gesundheit, sondern auch die Umwelt und die Kakaobauern. Kurzum, genießt eure Schokolade verantwortungsvoll.