Allergie oder Intoleranz?

Verständnis und Unterscheidung von Lebensmittelallergien und -unverträglichkeiten

Fast jeder Vierte in Deutschland meint, allergisch gegen ein oder mehrere Nahrungsmittel zu sein. Aber: nur bei 3,7% der Erwachsenen und 4,2% der Kinder wird eine Nahrungsmittelallergie bestätigt (1). Bei den Intoleranzen ist die Zahl höher. So liegt die Häufigkeit der Laktoseunverträglichkeit in Deutschland bei 15-20% der Bevölkerung (2). So häufig, wie es den Anschein hat, sind Lebensmittelallergien und Unverträglichkeiten also gar nicht, und viele Betroffene können diese beiden Erkrankungen auch gar nicht auseinanderhalten. Aber gerade für ein gutes Leben mit der Allergie bzw. Unverträglichkeit ist das genaue Wissen darüber essenziell.

 

Wie entstehen Allergien und Intoleranzen?

Die Allergie ist eine Fehlleitung des Immunsystems. Dieses überprüft jede Substanz, die verzehrt, eingeatmet oder über die Haut aufgenommen wird. Handelt es sich z.B. um einen Krankheitserreger, wird dieser bekämpft. Es kommt vor, dass das Immunsystem falsch zwischen "schädlich" und "unschädlich" unterscheidet. Dann bildet es Antikörper (IgE-Antikörper) gegen absolut harmlose Stoffe (z.B. Nüsse, Kuhmilch, Ei), und nach jedem weiteren Kontakt kann es zu einer Reaktion kommen. In dem Fall spricht man von einer Allergie.

Merke: erhöhte IgE Titer ohne Symptome nach Verzehr sind keine Allergie, sondern eine Toleranz!

 

Die Symptome bei einer Allergie können verschiedene Organe betreffen. Zum Beispiel:

  • Haut: Quaddelbildung, Hautjucken/-rötung, Schwellung von Lippen oder Augen
  • Magen-Darm: Kribbeln in Mund und Rachenbereich, Übelkeit, Erbrechen, Bauchkrämpfe, Durchfall
  • Sonstige: Fließschnupfen

Es kann aber auch zu lebensbedrohlichen Symptomen kommen: z.B. pfeifende Atmung, Atemnot, Blutdruckabfall, Bewusstlosigkeit

 

Die häufigsten Allergien bei Kindern sind gegen: Hühnerei, Kuhmilch, Schalenfrüchte, Weizen, Soja, Fisch und Sesam. Bei Erwachsenen spielen vor allem die birkenpollenassoziierten Lebensmittelallergien eine Rolle: z.B. Apfel, Haselnuss, Walnuss, Soja, Sellerie, Karotte.

 

Prinzipiell kann jedes Lebensmittel eine Allergie auslösen. Jedoch sind in der Lebensmittelinformationsverordnung die 14 Lebensmittel aufgelistet, die am häufigsten Auslöser von Allergien sind: Sellerie, Gluten, Krustentiere, Eier, Fisch, Lupinen, Milch, Weichtiere, Senf, Nüsse, Erdnüsse, Sesamsamen, Soja, Sulfite (3).

 

Unverträglichkeiten, wie z.B. eine Laktose-, Fruktose- oder Histaminunverträglichkeit, entstehen nicht durch eine Fehlleitung des Immunsystems. Hier ist die Ursache ein Enzymdefekt. Die Bildung des jeweiligen Enzyms ist entweder vermindert oder das Enzym wird zwar in ausreichender Menge gebildet, aber arbeitet zu langsam.

Bei der Zöliakie spielt das Immunsystem wieder eine Rolle. Gluten löst eine Abwehrreaktion des Körpers aus, die zu einer Entzündung der Darmschleimhaut führt.

 

Die Symptome einer Unverträglichkeit betreffen meist den Magen-Darm-Trakt: Bauchschmerzen, Blähungen, Übelkeit, Durchfälle. Vor allem bei der Zöliakie kann es auch zu anderen Symptomatiken kommen: z.B. Müdigkeit, Erschöpfung, Kopfschmerzen, Reizbarkeit.

 

Was mache ich bei Verdacht auf eine Allergie oder Intoleranz?

Bitte nicht auf eigene Faust therapieren! Bevor die Ernährung umgestellt wird, sollte immer erst die Ursache der Beschwerden gefunden werden. Bei Verdacht auf eine Allergie wird der Arzt wahrscheinlich einen Haut- oder einen Bluttest durchführen. Der Nachweis der Laktose- oder Fruktoseintoleranz erfolgt über einen Atemtest. Die Zöliakie wird mit einem Bluttest und einer Duodenumbiopsie diagnostiziert. Zur Diagnose der Histaminunverträglichkeit gibt es keinen eindeutigen Diagnoseparameter (4).

 

Wie geht es nach der Diagnose weiter?

Auf Basis der Diagnose erfolgt die langfristige Umstellung der Ernährung. Bei einer Allergie und einer Zöliakie müssen entsprechende Nahrungsmittel konsequent und ohne Ausnahmen gemieden werden. Gleichzeitig wird sichergestellt, dass trotz Weglassens der entsprechenden Lebensmittel die Versorgung mit Nährstoffen optimal ist. Bei einer Laktose-, Fruktose- bzw. Histaminunverträglichkeit ist der erste Schritt die konsequente Meidung. Sind die Beschwerden verschwunden, können individuell tolerierte Mengen an Laktose, Fruktose oder Histamin ermittelt werden. Dies macht man am besten zusammen mit einer qualifizierten Ernährungsfachkraft.

 

Literatur:

(1) Klimek et al. Weißbuch Allergie in Deutschland Kap. 3.13. Nahrungsmittelallergien

(2) bfze.de „Laktoseintoleranz“ abgerufen am 01.07.2023

(3) Lebensmittel-Informationsverordnung (LMIV) Verordnung (EU) Nr. 1169/2011

(4) Reese et al.: Vorgehen bei Verdacht auf Unverträglichkeit gegenüber oral aufgenommenem Histamin; Allergo J 2012; 21 (1): 22–28


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